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Antonio und Odysseus

Einführung zur Vernissage am See von Raoul Riz: "Antonio Ruiz"

Willkommen liebe Gäste, bienvenu les amis de Vingrau, willkommen  am See, zur Vernissage von Raoul Ris unter dem Titel „Besuch am See“. 

Mein Name ist Thomas Göttin, ich bin eine Art Reiseleitung, Moderation oder wenn man so will Badeaufsicht. Ich habe in Bern tatsächlich schon Leute getroffen, die gar nicht wussten dass es einen echten See gibt. Es ist ein Moränensee als Gruss aus der letzten Eiszeit an unsere Hitzezeit. Wir sind hier im alten Werkhof, für mich und das Quartier war das jahrelang der Entsorgungshof, Endstation von kaputten Stühlen und verrosteten Hühnerställen, jetzt wird er betrieben vom „Verein am See“,  Partner der heutigen Vernissage.

Wir danken dem Verein am See, und euch Matthias und Lukas, für den Mut und die Offenheit, dass ihr diese bunte Truppe mit Texten, Musik und Bildern heute Abend und das ganze Wochenende aufgenommen habt.

Das Thema heute Abend ist Antonio Ruiz.

Ich weiss nicht ob jemand von euch Antonio Ruiz schon getroffen hat, ob er überhaupt schon angekommen ist. Es wird gesagt, die Figur soll hier sein, sie kommt in den Texten vor und ist auf Bildern zu sehen.

Wer ist Antonio? Ich weiss es nicht. Auch die Beziehung, in der Antonio Ruiz zu Raoul Ris steht, ist unklar, es könnte sein, dass Antonio der Maler ist, und Raoul der Galerist, oder der eine ist die Vorstellung des andern von sich selbst.

Bereits 2014 war Antonio Ruiz in Bern, war Thema von zwei Ausstellungen im Forum Altenberg und im Restaurant Veranda, einige mögen sich vielleicht erinnern. Sieben, ja acht Jahre sind seither vergangen, und es stellt sich die Frage, was hat Antonio, was haben wir alle in diesen Jahren erlebt.

Wenn es ein Buch gibt, das unsere aktuelle europäische Geschichte beschreibt, dann ist es „Zone“ von Mathias Enard. Enard, der kürzlich in Bern war, sagt, dass wenn Odysseus heute leben würde, er den Namen Antonio tragen würde. Kriegsversehrt, herumirrend, damals wie heute. Vielleicht erfahren wir etwas davon, oder ganz anderes über und durch Antonio.

Damit sind wir bei der Musik- und Textcollage „Antonio Ruiz“.

Für den Ausstellungskatalog hat Raoul bei Autorinnen und Autoren nachgefragt, was denn sie in den letzten Jahren zu Antonio erfahren haben. Ihre Beschreibungen und Mutmassungen lassen die Figur, oder besser die Zeit und die Umstände, in welchen sie lebt, und wir leben, plastisch werden. Stephan Mathys hat für die Aufführung eine Collage geformt mit Textausschnitten von Coco Dulles & Marc Marti, Jörg Eigenmann, Emmanuelle, Thomas Göttin, Silke Heimes, Monique Obertin, Franziska Nydegger, Peter Schläppi, Jeanne Souverbie, Janny Terpstra.

Die Texte werden gelesen von Nadja Schwendener, Gabriele Rabe und Robert Schmid.

Die Musik ist arrangiert von Araxi Karnusian, Tenorsax, sie spielt zusammen mit  Chrigu Rechsteiner bass, Sämu Herren percussion und Raoul Ris piano.

Thomas Göttin 27.5.2022

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