Fraktionserklärung EURO 2008 3.11.2005
04.000506 Motion GB/JA!/GPB (C. Weber): Fussball EM 208 in der Stadt Bern: Professionelle Fanarbeit vor Ort ist unabdingbar! (05/092)
04.000509 Postulat GB/JA!GPB (C. Weber): Euro 2008: Es braucht ein umfassendes Konzept bezüglich Verkehrs-, Umweltschutz – und Tourismusmanagement, damit die Euro 2008 in Bern nicht zum Eigengoal wird.
Werte Anwesende
Wir freuen uns auf tolle Fussballspiele in Bern an der Europameisterschaft 2008. Aber weder ist es mit elf Freunden gemacht noch in 90 Minuten vorbei. Eine Fussball-Europameisterschaft gehört heute zu den weltweit grössten Anlässen überhaupt. Auf die Stadt Bern kommen riesige, teure und komplexe Aufgaben zu.
Macht nichts, die Stadt kann das. Aber nicht alleine. Und vor allem, und das muss die Botschaft heute sein, wenn wir über die zwei Vorstösse vom Grünen Bündnis diskutieren: Die privaten Veranstalter, namentlich die Uefa und der Schweizerische zusammen mit dem österreichen Fussballverband stehen in der Pflicht. Sie müssen zeigen, dass sie auf der Höhe der Zeit sind: konzeptionell, planerisch, mit dem Einsatz von den finanziellen Mittel und in der Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Fussball-Städten. Dass sie sich bewusst sind, dass sich ihre Verantwortung nicht nur auf die Spiele, das Marketing und die Fernsehrechte beschränkt, sondern dass sie umfassend ist. Wir reden da nicht von kleinen privaten Non-Profit-Organisationen, sondern von eigentlichen Sport-Konzernen.
Die SP/JUSO unterstützt das Postulat, wo ein Verkehrs-, Umwelt und Tourismuskonzept fordert. Auch der Gemeinderat will es annehmen. Ich finde allerdings, seine Antwort ist etwas gar mutz ausgefallen. Er hätte durchaus konkreter dürfen sagen, was in Vorbereitung ist, wo die Zusammenarbeit klappt und wos haperet. In fast allen angesprochenen Bereichen, mehr noch als im Postulat steht, ist eben auch da das Engagement von Fussballverband und Uefa - und vom Bund - gefordert: Gerade Umwelt- und Verkehsmassnahmen haben Aspekte, wo weit über eine einzelne Stadt hinausgehen, und die Erfahrungen von der Euro 04 in Portugal zeigen, dass der Handlungsbedarf gross ist.
Die SP/JUSO unterstützt auch die Motion zur professionellen Fanarbeit. Der Gemeinderat sagt zurecht, dass Fanarbeit wichtig ist, und dass es sich vor allem um eine Aufgabe von den Fussballklubs und der nationalen und europäischen Verbände handelt. Folgende Überlegungen haben uns dazu bewogen, dass wir trotzdem bei wenigen Gegenstimmen die Motion unterstützen:
Die Motion fordert selber auch eine enge Zusammenarbeit mit den Vereinen und Sportverbänden und nicht, dass die Stadt einfach Geld ausgibt für etwas, wo sich die Verantwortlichen drücken. In dem Sinne ist es wohl eine Richtlinienmotion.
Für die Euro 08 wird mit immer höheren Finanzen im Bereich Sicherheit gerechnet. Da sind wir längst bei zweistelligen Millionenbeträgen für die Schweiz alleine. Da verdient Fanarbeit – verstanden auch im Sinne von der Prävention – einen höheren Stellenwert, als sie heute hat.
Die Bevölkerung, insbesondere im Nordquartier, ist schon jetzt sehr stark tangiert von den Fussballspielen, erst recht bei der Europameisterschaft. Neben dem Parkierdruck, wo wir vorher diskutiert haben, sind auch die Personen, wo Stadionverbote haben und sich dann offenbar vor, während und nach den Spielen rund ume tribe, sind eine weitere Belastung, wo man nicht darf unterschätzen. Langfristige und lokal verankerte Fanarbeit kann einen Beitrag leisten, dass diese Belastungen einigermassen im Rahmen bleiben. Konkrete Möglichkeiten – Präsenz in Fanlokalen, bei Grossleinwand-Übertragungen etc. - sind in der Motion erwähnt. Das kommt dem Quartier und letztlich der ganzen Stadt zugute.
Schliesslich bleibt Fanarbeit, wie gesagt, nicht auf die Euro beschränkt: Dann kommen Erfahrungen und Kontakte zusammen, wo es von Vorteil ist, dass etwas davon für die Stadt erhalten bleibt. Fanarbeit wird generell wichtiger, sie kann zwar Sicherheitsvorkehrungen nicht ersetzen, aber eben im Sinne von der Prävention zur Sicherheit beitragen. Fanarbeit braucht einen langen Schnuuf. Fanarbeit muss sich immer wieder mit neuen, auch sehr jungen Leuten auseinandersetzen. In dem Sinne ist die Motion auch eine Unterstützung für die Anstrengen vom Schweizerischen Fussballverband und seiner Fankommission, dem Eishockeyverband und privaten Initiativen und sie ist ein Wink mit dem Zaunpfahl an SCB und YB.