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Mitwirkungswellen

Ein kurzer Text im QuaVier 2/2026 zum Thema Mitwirkung: Der Osten Berns war einmal führend in der Schweiz, heute sind es andere.

Eine erste Welle moderner Mitwirkung erfasste die Schweiz in den 1970er Jahren. Mitten drin war unser Stadtteil IV mit einer der ersten Quartierorganisationen. Verankert wurde Mitwirkung erstmals mit dem eidgenössischen Raumplanungsgesetz von 1979, gerade nicht als Abstimmungsprozedere, sondern als breite Beteiligung der Bevölkerung in einem Prozess. Die Stadt erstellte 1986 erste Richtlinien. Das «Berner Modell», der geregelte Austausch der Stadt mit den Quartierorganisationen, bedeutete für die Schweiz damals Neuland. Dann passierte in Bern lange nichts mehr, während die Bevölkerung und das Verständnis für Mitwirkung sich innerhalb eines halben Jahrhunderts grundlegend gewandelt haben. Andere Städte sind mittlerweile weiter. Es gibt neue Instrumente: partizipative Budgets in Lausanne oder Luzern, Bevölkerungsräte in Uster, Thalwil, Winterthur oder Sitten. Ich hoffe, auch Bern wagt den nächsten Schritt, denn «in den Quartierorganisationen wird die Bevölkerung zum Teil bei weitem nicht repräsentativ abgebildet», wie es im Reformauftrag heisst. Die Einführung von beUnity als Plattform für den Stadtteil IV ist ein Anfang. Aber eine Welle ist das noch nicht. 

Thomas Göttin