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Deckungsgrad der Pesonalvorsorgekasse vierteljährlich veröffentlichen

Postulat SP/JUSO (Markus Lüthi) SR vom 17.2.2005 04.000180 (123)

Werte Anwesende

Ich bin nicht gerade bestürzt, aber doch erstaunt über die schroffe Ablehnung vom Postulat von Markus Lüthi durch den Gemeinderat zu vierteljährlichen Veröffentlichung vom Deckungsgrad der Pensionskasse. Es sei aufwändig und teuer, nicht aussagekräftig und stösst bei den Versicherten auf kein Interesse, kurz: bringt nichts. Da gibt es schon noch ein paar Worte zu sagen:

Wenn eine vierteljährliche Berichterstattung nicht möglich ist, dann frage ich mich doch besorgt, auf Grund von was für Zahlen der Anlageausschuss die Situation der Kasse beurteilt. Es müssen doch genügend und aussagekräftige Zahlen vorliegen, sonst könnte die Kasse selbst ihre Aufgaben ja gar nicht wahrnehmen. Dass man einen Teil dieser Zahlen vierteljährlich den Versicherten gegenüber offen legt, scheint mit nicht mehr als sinnvoll und im Zuge der Transparent angebracht.

Wohlverstanden: es geht nicht um geprüfte Abschlüsse, sondern um eine Berichterstattung, wie es viele Pensionskassen und Firmen machen, welche ungeprüfte Quartalsergebnisse vorlegen. Ich bin auch sicher, dass die Leute, welche sich für solche Zahlen interessieren, sie auch verstehen und interpretieren können. Natürlich kann es einmal zufällige Schwankungen geben, aber da bin ich sicher, dass die Kasse diese auch problemlos erklären kann. Bei den Jahresabschlüssen ist bekanntlich auch niemand völlig davon gefeit, diese zufälligen Schwankungen ganz zufällig mal auf Jahresende hin auszugleichen (window dressing). Natürlich gibt es ein paar Probleme, am meisten vielleicht bei der Bewertung von frisch gekauften Liegenschaften, die meist zum aktuellen Wert eingebucht werden. Das muss nicht perfekt sein. Auch im Jahresabschluss kann der Wert eines Gebäude falsch sein. Den wahren Wert erfahren wir erst, wenn es verkauft wird. Es gibt Controller, die sagen, dass sie den Monatsabschluss in einer Stunde erstellen können. Eine halbe Stunde braucht dann noch der webmanager, um ihn aus Internet zu setzen.

Die Kasse betritt auch keineswegs Neuland. Immer mehr gehen im Zuge der Transparenz und mit dem Medium des Internet dazu über, ihre Zahlen regelmässig zu veröffentlichen: Berner Pensionskasse, Basler Pensionskasse, Berner Lehrerversicherungskasse, die Zürcher informieren gar jeden Monat. Ich würde mir anstelle des Gemeinderates oder der Kasse auch keine Sorge um das behauptete mangelnde Interesse machen: einerseits gehört Transparenz heute zum Standard, die Grundlagen sollten ohne grossen Aufwand verfügbar sein, und es gibt, wie wir wissen, und zu Recht, Leute, die sich Sorgen um die Zukunft der zweiten Säule machen. Darunter sind auch solche, welche sich für Zahlen interessieren und sie interpretieren können. Das ist nämlich nicht den sogenannten Kassenexperten vorbehalten. Auf Mai 2005 wechselt die Leitung der Kasse. Ich wünsche dem neuen Leiter einen guten Start – warum nicht gleich mit einem kleinen Schritt Richtung Transparenz. Die Gelegenheit ist günstig, zudem ist auf Januar 2005 ist der Internetauftritt der Stadt modernisiert worden. Kurz: Wir halten am Postulat fest und bitten den Rat, es zu überweisen.