Mehr natürliche Vegetation im Strassenraum
Fraktionserklärung 6.7.06 zur Motion GB/JA!/ (M. Dvoracek/K. Gasser): Mehr natürliche Vegetation im Strassenraum
Werte Anwesende
Bei dieser Motion geht es um mehr als den Schwalbenschwanz, wo schon ein einzelner Fenchel als Puppenstube kann brauchen und wo sich auch freut, wenn dieser auf einer Verkehrsinsel steht, es geht um die Wahrnehmung von Strassenraum allgemein, ob das nur Pflasterstrände sind, oder ob da natürliche Vegetation einen Platz hat.
Bei vielen grossen Firmen hat dieses Umdenken bereits eingesetzt. Es gibt eine Stiftung von Unternehmen, wo naturnahe Arealgestaltung fördert. Über 50 Grossfirmen (Coop, Hoffmann-la Roche, Migros, Swisscom etc.) haben Teile von ihren Firmen-Areale schon umgestaltet, weitere 200 nehmen das in Angriff. Ziel sind 1000 Firmen und 25 km2 Fläche oder mehr als die öffentliche Parkfläche in den Schweizer Städten.
Es geht auch um die Versiegelung der Böden. Alle, die ein Haus besitzen wissen, dass wir eine Regenwasser-Gebühr bezahlen müssen, wo reduziert wird bei nicht versiegelten Böden. Wenn ich also den Asphalt von meinem überflüssigen Garage-Vorplatz wegschaufle, sollte das auch im öffentlichen Raum dort möglich sein, wo‘s eben geht, ohne dass Verkehr behindert würde.
Es geht schliesslich ums Mikroklima in der Stadt, das angenehmer wird bei natürlicher Vegetation, was einleuchtet, wenn man weiss, wie die Sonne im Sommer auf den Asphalt brennen kann. Letztes Jahr ist genau das Thema vom internationalen Umwelt-Tag gewesen, weltweit und in Städten wie Los Angeles und San Francisco ist vieles im tun.
Ein Bedenken betrifft den Unterhalt, wo aufwändiger ist als bei Asphalt. Aber auch bei Topfpflanzen – beim Thunplatz stehen zehn grosse Pflanzenkübel – brauchen Unterhalt, man muss sie im Winter rein nehmen, im Sommer jäten und bewässern.
Die SP/JUSO-Fraktion steht dem Anliegen positiv gegenüber. Einem Postulat würden wir sicher zustimmen. Wir sind gespalten bei der Einschätzung, ob es wirklich eine Motion ist – kleine Klammerbemerkung: da sind alle Fraktionen keine Musterschüler – und haben deshalb bei der Motion Stimmfreigabe beschlossen.