Fraktionserklärung verdichtetes Bauen (Motion FDP) 17.3.2005
Motion FDP (Jaberg/Müller): Verdichten...! Wohnen in Bern
Werte Anwesende
Diese Motion ist eine gute Ergänzung zur Diskussion, wo wir gerade geführt haben. Verdichten ist auch ein wichtiges, aber eben oft unterschätztes Instrument der Wohnpolitik. Das hat seinen Grund: Verdichten ist kompliziert, viele bauen lieber eine tolle Siedlung auf der grünen Wiese, das sieht nach etwas aus und geht erst noch schneller, beim Verdichten muss man viel mehr verhandeln, unkonventionelle Lösungen suchen, und es ist langsamer, wie alle wissen, die seit Jahren darauf warten, dass beim Tramdepot Burgernziel endlich etwas geht. Die SP ist überzeugt, dass die Stadt in Sachen Verdichten mehr könnte machen. Es geht nicht nur um qualitative Aspekte wie der Gemeinderat meint – da und dort noch eine Zweizimmerwohnung umwandeln – sondern in der Stadt ist durchaus quantitatives Potential vorhanden:
- Bereits 1995 sind 250'000 m2 Bruttogeschossfläche mit Verdichtungspotential erhoben worden, da lohnt sich eine neue Erhebung 10 Jahre später.
- Heute gibt es in der Stadt Bern laut eidgenössischer Statisik alleine bei den Industriebrachen 5 grössere Gelände zwischen 35‘000m2 und 300‘000m2 mit einer Gesamtfläche von einer halben Million Quadratmeter ohne Von Roll-Areal und ohne die kleinen Brachen unter 10‘000m2
- Es gibt noch weiteres Potential: Die Flächen, wo sich Besitzer nicht an Erhebungen beteiligen, die ganz kleinen Flächen, leerstehende Arbeitsobjekte (auch 136 im Jahr 2003) und das Potential bei grossen Wohnungsverwaltungen, das alles sollte man bei einer Nutzenanalyse ebenfalls berücksichtigen.
- Ein Thema sind auch Ausnutzungsziffern oder die Zukunft von Häusern in einem schlechten Zustand, halt auch einmal abreissen, in der Elfenau sind kürzlich auf der Fläche einer alten Villa 13 neue, grosse Eigentumswohnungen entstanden.
Ob Motion oder Postulat ist sich die Fraktion nicht einig gewesen, eine Mehrheit unterstützt in Form eines Postulates. Sie fragen sie, was eine "Studie" bringt, und ob das nicht zu theoretisch ist. Andere trauen dem Gemeinderat zu, dass er den Auftrag durchaus so intelligent formulieren und vergeben kann, dass umsetzbare und kreative Lösungen herauskommen.