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Ohne soziale Innovation geht heute nichts mehr

Auf den heutigen Abend habe ich mich sehr gefreut: In Bern laufen viele spannende Projekte zur sozialen Innovation: Bern ist ein Innovations-Biotop. Ich selbst habe mich beim Aufbau von SIBA beteiligt, was die Abkürzung ist von social innovation Bern accelerator – ganz schön englisch. Seit fünf Jahren bringt SIBA Projekte und Initiativen der sozialen Innovation zusammen und zwar mit der Idee, dass Projekte voneinander lernen, und dass Erfahrungen unter den einzelnen Biotopen ausgetauscht werden, etwa Finanzierungs-, Marketing- oder Verteilfragen. Heute solle es aber grundsätzlicher zur Sache gehen, und nicht nur auf Bern bezogen: was leistet soziale Innovation – und was nicht - und warum geht es mit der Anerkennung oder Förderung nicht so vorwärts, wie es vorwärts gehen könnte? Deshalb sind auf dem Podium verschiedene lokale und nationale Perspektiven vertreten, erstmals auch mit Olivier Jacquat unsere neuen Nachbarn, die Wyss academy for nature an der Kochergasse schräg gegenüber beim Bellevue.

Technische und soziale Innovation

Viele sehen in technischer Innovation – dem Elektroauto - noch immer die Lösung unserer Ressourcenprobleme. Das ist die Welt des Ernst Ulrich von Weizäcker und seinem «Faktor vier», die Vervierfachung des technischen Fortschritts zur Verdoppelung des Wohlstands bei halbem Ressourcenverbrauch. Ich bin überzeugt: ohne soziale Innovation geht heute nichts mehr – das sind neue gesellschaftliche Praktiken, Schliessung von Kreisläufen, Einsätze für das Wohlbefinden, was wiederum technische Massnahmen unterstützen oder reduzieren kann. Das Besondere dabei ist das partnerschaftliche Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichem Engagement. Dabei geht es gerade nicht um den Konsumbereich – das Tofu, das die Welt retten soll, sondern um Praktiken der Produktion und Distribution. Ich habe vierzehn Jahre beim Bundesamt für Umwelt gearbeitet habe, und mich immer gewundert, wieviel Fördergelder für Luftfilter und Pumpen und wie wenig für soziale Innovation zur Verfügung steht. Vielleicht ist ja der Innovationsbegriff selbst in der Förderung noch viel zu stark auf Technik ausgerichtet, das hat mir in den Recherchen Marco Vencato von der Gebert Rüf Stiftung auf den Weg gegeben. Ich hoffe wir stehen hier an einem Wendepunkt.

Soziale Innovation und Demokratie

Übrigens ist soziale Innovation auch für die Demokratie von grosser Bedeutung, wenn es darum geht, mehr Menschen für bessere Resultate zu beteiligen. Barcelona kennt eine Direktion für demokratische Innovation. In Fort Colllins, etwas grösser als Bern, unterstützt ein Future Committee aus der Zivilgesellschaft seit 10 Jahren den Stadtrat. Und ich war vorletzte Woche in Kopenhagen zu Gast in der Demokratie-Garage, wo eben auch die Akademie für social innovation ihren Sitz hat. Heute moderiert Michael Sahli. Seine wohltuende Distanz hat mir in der Vorbereitung sehr geholfen. Ich weiss nicht ob dies sein letztes Podium ist, ich hoffe nicht: Er wechselt von Radio SRF und wird Leiter des Informationsdienstes der Stadt Bern. Ich gratuliere dir und der Stadt zur Wahl. Michael übernimmt und begrüsst die Podiumsgäste.

Zur Aufzeichnung der Diskussion auf youtoube

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